ROMANE


Warum ich nicht in Venedig war



Paolo und Alexandra



Sie kam von der Venus

 

ROMAN

Warum ich nicht in Venedig war

17. Folge

„Was willst du tun?“ Sie stellte sich neben ihn.
„Ich will mir seinen Koffer ansehen. Ich möchte nicht mit dem Ding in die Luft fliegen.“
„Glaubst du, er könnte ein...“ Sie traute sich nicht, zu Ende zu reden.
„Terrorist sein? Ich will es nicht hoffen.“ Er hob den Koffer an. „Leicht ist er nicht. Aber wir können nicht hineinsehen, er ist abgeschlossen. Ein solches Schloß habe ich noch nie an einem Koffer gesehen.“
„Darf ich mal?“ Marita warf einen Blick auf das doppelte Schloß. „Ich sehe keine Probleme.“
„Kein Probleme ... ! Wieso? Verstehst du was davon?“
„Ja, ich denke schon.“
„Dann müssen wir äußerst vorsichtig sein. Ich werde nach draußen gehen und den Gang im Auge behalten. Wenn ich ihn sehe, werde ich an die Scheibe klopfen und wieder reinkommen.“ Er sah, wie sie aus ihrer Handtasche ein kleines Etui nahm. „Soll ich den Koffer auf den Sitz stellen?“
Sie nickte. „Das wäre gut.“
Er zog den mittleren Sitz an seiner Seite heraus, so daß Marita den Koffer leicht überprüfen konnte. Dann verschwand er im Gang. Marita zog die verrutschten Vorhänge wieder zu und vergewisserte sich, daß kein Spalt geöffnet war.
Es dauerte nur wenige Sekunden, bis sie die Schlösser geknackt hatte. Sie hob aufgeregt den Deckel hoch. Was sie entdeckte, verschlug ihr den Atem.
Sie war gewarnt. Die Ankunft in Venedig wird für Micha ein trauriges Erwachen bedeuten, befürchtete sie. Sie wollte ihn nicht beunruhigen und nahm sich vor, zu schweigen.
Es war ein leichtes, die Abhöranlage außer Funktion zu setzen. Der Mann mit dem grauen Bart hätte bessere Schlösser einbauen sollen, sagte sie sich. Dann schloß sie den Koffer und stellte ihn an seinen alten Platz auf die Ablage. Sie schob den ausgefahrenen Sitz zurück und zog die Vorhänge an der Tür zur Seite.
Michael blickte sie durch die Scheibe überrascht an. Er zeigte zum Koffer und trat gleichzeitig ins Abteil.
Sie saß auf ihrem Platz und war die Ruhe in Person. Sie lächelte sogar. „Du kannst beruhigt sein. Wir beide können es. Er hat nur Wäsche drin und Toilettenartikel. Was ein Bartträger nur damit macht?!“
Michael saß ihr staunend gegenüber. „Wie hast du das geschafft? Du hast die Schlösser wirklich öffnen können?“
Sie fühlte sich geschmeichelt. „Gelernt ist gelernt.“
„Sowas kann man lernen?“
„Ja, wenn man ein Händchen dafür hat und in einem Fachbetrieb eine Spezialausbildung absolviert, dann haben Schlösser keine Chance, oder nur eine geringe.“ Sie lächelte wissend.
„Und das hast du, eine solche Ausbildung absolviert?“
„Schon vor langen Jahren – im Geschäft meines Onkels. Bei ihm haben meine Mutter und ich gelebt, nachdem wir Venedig verlassen hatten.“ Ihre Stimme wurde brüchig und verlor den schönen Klang. „Nach dem... mysteriösen Verschwinden meines Vaters.“ Ihr Gesicht nahm einen traurigen Ausdruck an.
„Ist das der Grund, warum du nach Frankfurt gekommen bist?“
Seine Frage trieb sie aus dem Sitz. In der Mitte des Abteils blieb sie mit dem Gesicht zum Gang schweigend stehen.
„Entschuldige! Ich wollte mich nicht in deine privaten Dinge einmischen. Komm, setz dich doch wieder. Der Mann mit der Essenskarre ist unterwegs. Ich muß was essen, ein paar Brötchen und etwas Obst. Mir knurrt der Magen.“
Sie drehte sich wieder um und setzte sich auf ihren Platz.
„Weißt du, daß du ein geheimnisvolles Mädchen bist?“
„Nein, ich bin eine ganz normale Frau.“
Er legte wieder seine Hände in ihren Schoß. „Ich könnte mir ein Sonett vorstellen, in dem ein geheimnisvolles Mädchen einen jungen Mann im Zug nach Venedig begleitet und...“
Die Tür wurde zurückgeschoben. Der Mann mit der Essenskarre steckte seinen Kopf ins Abteil. „Möchten Sie einen Kaffee?“
„Kommen Sie herein! Wir warten schon auf Sie!“ Michael stand auf und ging dem Mann entgegen.
„0, Sie haben leckere Brötchen!“ Er blickte zu Marita. „Willst du auch welche?“ Sie kam heran, beide bedienten sich nach Herzenslust.
„Nicht zu vergessen das Obst“, sagte Michael. „Eine Apfelsine und zwei Äpfel. Marita, was nimmst du?“
„Das gleiche!“ Sie hatte auf dem mittleren Sitz zwei Servietten ausgebreitet und darauf die Brötchen gelegt. Dazu legte Michael die Äpfel und Apfelsinen.
„Möchten Sie Kaffee, Mineralwasser, oder ein Obstgetränk?“ Die Blicke des jungen Mannes im weißen Jackett mit schwarzer Hose verloren sich in Maritas schönem Gesicht. Eine Sekunde lang streiften sie auch Michael.
„Kaffee!“ sagte Marita. „Das hält mich länger wach.“
„Ich nehme das gleiche“, sagte Michael. „Und für später zwei Flaschen Wasser.“ Er stellte den Kaffee auf die Ablage und die Flaschen auf den mittleren Sitz.
Der schwarz-weiß gekleidete, glatt gekämmte junge Mann mit den glänzenden schwarzen Schuhen addierte die Ware. Am Ende reichte er Michael das Ergebnis auf einem Zettel. Ohne über den hohen Preis zu murren, was er vor seiner Zeit als gesponserter Dichter gern getan hatte, drückte er dem pubertär auftretenden Verkäufer einen Schein mit einer schönen runden Summe in die Hand. Der Mann war unschlüssig, was er herausgeben sollte. „Der Rest ist für Ihre aufmerksamen Blicke“, sagte Michael mit leichtem Spott.
Der Verkäufer war peinlich berührt, er verbeugte sich und verschwand mit seinem Karren eilig aus dem Abteil. Marita begleitete die Szene mit einem stillen Schmunzeln.
Michael warf einen zufriedenen Blick auf das voluminöse Frühstück. „Wir wollen doch nicht ausgehungert in Venedig ankommen“, sagte er mit Vorfreude in der Stimme. „Hast du eine Vorliebe für Schinken, Wurst oder Käse?“
„Ich bin gewohnt zu essen, was auf den Tisch kommt.“
„Ah!“ entfuhr es Michael. „Wir sind aus dem gleichen Haus, meine Blume.“
Sie bedienten sich. Die Brötchen waren noch frisch, sie krachten angenehm zwischen den Zähnen. Und der Kaffee, stellten beide überrascht fest, war sogar trinkbar, auch wenn er im Plastikbecher, aber mit Griff, verkauft wurde, was in einem Zug eine praktische Sache war.
Während sie aßen, schwiegen sie. Sie waren jung und fast immer hungrig. Das Land, das sie durchfuhren, zeigte in den Tälern und auf den Höhen ein kräftiges Grün. Mehr war nicht zu erkennen. Der Zug schien die Geschwindigkeit auf seiner längsten Strecke mit zitternder Unruhe auszukosten. Die Räder summten eine alte, vertraute Weise - von der verlorenen Zeit.
„Unser Mann aus Heidelberg wird wohl nicht mehr zurückkommen“, sagte Michael nebenbei.
„Glaubst du?“
„Wir werden sehen. Wenn ich daran denke, daß er das gleiche Ziel hat, wünsche ich es mir.“ Er trank den Rest des Kaffees. „Und du bist sicher, daß seine Toilettensachen nicht irgendein gefährliches Mittel...“
„0, Gott!“ rief sie dazwischen. „Du machst mir angst und bange. Ich habe nur harmlose Dosen und Flaschen darin gefunden.“ Sie ging aufs Ganze. „Soll ich ihn nochmal öffnen?“
„Nein, nein, lieber nicht! Das ist mir zu aufregend.“
„Findest du?“
„Ja, doch. – Wenn ich ehrlich sein soll, ich bewundere deine Gelassenheit in solchen Dingen.“ Das Obst lachte ihn an. „Ein Apfel danach erspart uns das Zähneputzen.“ Er griff nach zwei Äpfeln und legte sie auf die Fensterablage. „Willst du, daß ich deinen auch schäle?“
„0 ja, gern!“
Er zog aus einer schmalen Ledertasche am Hosengurt ein Vielzweckmesser und begann, die Äpfel zu schälen.
Seine Armbanduhr zeigte ihm die Zeit. „Es ist noch so früh am Morgen. Wir kommen überhaupt nicht voran – und zehn Stunden Fahrtzeit liegen noch vor uns. Man glaubt es nicht.“
Er reichte ihr die abgeschälten Apfelstücke. Eine Sache ging ihm durch den Kopf, die Marita betraf, doch in welcher Weise? „Ah!“ rief er lächelnd aus. „Ich stehe noch in deiner Schuld.“
„In was für einer Schuld?“ Sie erwartete wieder eine seiner literarischen Überraschungen.
„Ich sage nur Krabat...“
„Krabat..., wer ist das?“
„Während du schliefst, unterbrach ich die Geschichte von dem sorbischen Helden und der Prinzessin Morgenglanz. Aber frag mich nicht, an welcher Stelle.“
„Du kannst ja den Anfang rekapitulieren“, sagte sie.
Er legte seine Hände auf ihre Oberschenkel. „Ich muß nachdenken...“ Die Hände glitten unter ihren Rock und näherten sich dem Strumpfende.
„Man kann uns sehen...“, sagte sie zurückgelehnt und entspannt.
„Nicht mehr lange!“ Er stand auf und zog die Vorhänge zu, niemand konnte sie vom Gang her beobachten.
Danach kniete er vor ihr ab und ertastete mit den Händen den freien Teil ihrer Oberschenkel zwischen Slip und Strumpf. Ein wunderbares Kribbeln durchlief seinen Körper. „Wo waren wir stehen geblieben?“, sagte er leise.
Marita hielt die Augen geschlossen. Ihr Körper bebte leicht. „Du wolltest eine Zusammenfassung des Anfangs...“ Weiter kam sie nicht.
Er küßte sie auf den Mund und die Wangen. „Ich hatte vergessen... (daß du verhindert bist, wollte er sagen) Tut mir leid.“
„Warte!“ Sie ergriff die Initiative. Sie zog die beiden mittleren Sitze heraus, so daß sich eine Bank bildete. Dann nahm sie seine Hand und führte ihn zu der neuen Liegestatt.
Sie öffnete seinen Gurt und ließ Jeans und Boxershorts auf den Boden fallen. Er setzte sich und sah durch das Fenster in einen flüchtenden Himmel. Sie kniete sich vor ihm ab und befreite ihn mit Mund und Zunge von der Last der übermächtigen Begierde.
Danach fühlte er sich unendlich wohler. Ihr Liebesdienst hatte ihm gutgetan. Was für einen zärtlichen Mund sie hat, erinnerte er sich.
Als sie von der Toilette zurückkam, war ihr Mund befreit vom Lippenstift, dessen Farbe er so anziehend gefunden hatte.
„Bist du jetzt bereit?“ sagte sie und befühlte ihre Lippen.
„Gilt das... jeweils für einen Abschnitt der Geschichte?“
„Das ist Erpressung!“ Sie drohte ihm scherzhaft mit den Fäusten.
„Also gut, ich beginne. – Laß mich noch etwas sagen: Weißt du, daß du wunderbar weiche Lippen hast und eine freche kleine Zunge?“
„So...“, sagte sie angenehm berührt. „Das höre ich das erste Mal.“
„Womit ich sehr zufrieden bin. Und jetzt: Vorhang auf für Krabat und Prinzessin Morgenglanz!“ Er trommelte mit den Zeigefingern auf der Ablage einen Tusch.
„Krabat kriegt den Tip, den Kollmer-Müller aufzusuchen, der lernwillige junge Männer bei sich aufnimmt. Gesagt, getan. Vorher trifft er Morgenglanz, die ihn vor diesem Bösewicht warnt. Krabat ist jung und fühlt sich stark. Er läßt sich vom Kollmer-Müller in das Geheimnis der Schwarzen Kunst einweihen. – Der Waldfrau Abendlicht mißfällt, daß ihre Tochter Morgenglanz sich in Krabat verknallt hat. Sie beschließt, den Jungen wieder auf die rechte Bahn zu bringen, das heißt, sie befreit ihn aus den Händen des Magiers. Und dabei fällt ihr auch das Zauberbuch Koraktor zu, das sie Krabat überläßt.“
Michael hielt die Stimme an. Marita saß zauberhaft entspannt und mit geschlossenen Augen vor ihm. Die Beine hatte sie ausgestreckt, der Rock war weit nach oben gerutscht. Was für ein Knie!, stellte er bewundernd fest.
„Ich bin nicht am Schlafen“, sagte sie.
„Ich... habe nachdenken müssen. Das war die Zusammenfassung. Jetzt geht es normal weiter. – Mein Gott, bin ich müde geworden. Willst du sie wirklich ganz hören?“
„Ja, bis zum Ende. Ich bin gespannt, wie’s ausgehen wird.“
„Na gut. – Krabat ist wieder zuhause. Während einer Vorführung der tanzenden Schweine vor dem Haus seiner Eltern, wird er von den Musketieren des Königs in ihre Gewalt gebracht...“
„Wer ist Sarah?“ hörte er sie plötzlich fragen.
„Die spielt nicht in dieser Geschichte“, versuchte er sich herauszureden.
„Und wo spielt sie... eine Rolle? In der Geschichte des Lebens eines jungen, begabten Dichters?“
Er suchte nach Worten. „Du... äh... Wie kommst du darauf?“
„Ich habe das Poem gelesen, das ihr gewidmet ist.“
Er schöpfte wieder Hoffnung. „Weißt du, wie lange das zurückliegt!? Da war sie noch ein Teenager...“
„Und verliebt in dich, oder?“
„Sarah..., ach, quatsch! Ich meine Marita! Du bringst mich ganz durcheinander. Was soll mit ihr sein!? Wir haben Schluß gemacht, so einfach ist das. In letzter Zeit waren wir nur noch gute Freunde. Vergiß nicht, sie hat sich für meine Bücher stark gemacht, was sonst niemand im Land getan hat. – Das ist alles, was ich dir sagen kann.“
Sie öffnete die Augen. „Es war dumm von mir, ich weiß, ich hätte es vergessen sollen.“
„Du warst bei ihr, nicht wahr?“
„Ja, ich habe deine Bücher gekauft. Dabei hat sie mir in ihren Privaträumen eine Szene gemacht.“
„Das ist vorüber. Vergiß es! Soll ich weitererzählen?“
„Wenn du noch nicht die Lust verloren hast.“
„Nein, natürlich nicht. Was jetzt zählt, sind nur wir zwei.“ Er beugte sich nach vorn und küßte sie. „Wir haben ein schönes Venedig-Jahr vor uns. Er hat mir das Haus geschildert und Bilder gezeigt, wir haben unendlich viel Platz für uns zwei.“ Seine Worte klangen ehrlich und überzeugten sie.
„Weiß er, daß ich bei dir wohnen werde?“
„Ja, er ist informiert.“ Ist er das?, fragte sich Michael. Er war sich nicht mehr sicher.
„Und wie hat er es aufgenommen?“ Marita warf einen lächelnden Blick zu dem Abhörkoffer des Fremden aus Heidelberg, der schon lange Sendepause hatte.
„Lächelnd, wie du es gerade tust.“
„Dann sollten wir das Thema beenden – und uns wieder Krabat zuwenden.“ Sie zeigte ihm ihr bezauberndstes Lächeln. „Wenn du mir nicht böse bist.“ Er schüttelte verneinend den Kopf. „Dann schließe ich jetzt die Augen und höre dir zu.“ Doch ihr Rock war wieder viel zu hoch gerutscht.
Er blinzelte abwechselnd zu ihrem Gesicht und zu den von der Last der Strümpfe befreiten Oberschenkeln...
„Guut..., es geht weiter. – Du erinnerst dich, die Musketiere des Königs haben Krabat gefangen genommen. Doch Krabats Aufenthalt im Königsschloß ist nur von kurzer Dauer. Wegen eines peinlichen Zwischenfalls verweist ihn der König des Hofes...“ Ihre Augen öffneten sich.
„Wegen eines peinlichen Zwischenfalls ...? Was hat er denn angestellt?“
„Du verlangst ein Wunder! Wie soll ich mich daran erinnern können?!“ Er schloß einen Moment die Augen. „Ich hab’s! Krabat mußte dem Hofkoch zur Hand gehen. Das war ein Einfaltspinsel, ein Griesgram, ein unfreundlicher und boshafter Kerl. Also überlegte unser Held, wie er diesem Wichtigtuer eins auswischen konnte. Gedacht, getan! Anstelle der Leckerbissen für den König und seine Gäste sprangen aus den goldenen Töpfen lebende Frösche und Käfer aller Art. Der König war entsetzt. Er ließ den Küchenmeister ins Gefängnis werfen. Als er erfuhr, wer ihm den Streich gespielt hatte, verwies er Krabat des Hofes. – Wenn ich recht bedenke, war das eine großzügige Geste. Er hätte ihn ja auch köpfen lassen können, was damals nicht unüblich war. – Krabat ist frei (und Marita schließt wieder ihre Augen, dachte Michael). Er geht auf Wanderschaft durchs Land. Seine guten Taten..., du erinnerst dich an das Zauberbuch, na, wie heißt es noch? Koraktor! ...sprechen sich in Windeseile überall herum.
Szenenwechsel: Bei einem unvorsichtigen Scharmützel mit dem Feind wird König August von Soldaten der feindlichen Armee gefangen genommen...“
Eine Zugdurchsage schreckte beide auf. Der Zug wird in Stuttgart halten, hieß es. Auf dem Bahnsteig vier wartete der Anschlußzug nach Venedig. Also alles packen und umziehen, dachte Michael.
Fünfzehn Minuten Aufenthalt stand ihnen bevor.
„Das ist die dritte Unterbrechung der Geschichte“, sagte Michael während des Packens. Der komisch aussehende Koffer des Heidelbergers fiel ihm ins Auge. „Unser Mann aus Heidelberg wird wohl jetzt antanzen... müssen, sonst hat er Pech gehabt.“
Nach wenigen Minuten standen ihre Koffer und Taschen zum Transport bereit. Der Zug war in den Bahnhof eingefahren. „Wir werden sie nach draußen tragen. Ich besorge dann eine Karre.“ Sie schleppten ihr Gepäck aus dem Zug. Marita wartete auf dem Bahnsteig, während Michael die restlichen Gepäckstücke holte.
Vom Anfang des Ganges her entdeckte er den Koffer des Heidelbergers in der Hand eines anderen Mannes. Er wollte nach ihm rufen und den Unbekannten auffordern, stehenzubleiben, doch es erschien ihm klüger, zu schweigen. Vielleicht hat ein Bekannter den Koffer geholt, dachte er. Warum soll ich mir wegen eines Fremden Ärger bereiten!
Eine Karre fand sich schnell. Sie bewegten sich im Trott der übrigen Fahrgäste zu dem anderen Bahnsteig, an dem der neue Zug auf sie wartete. Das gleiche Spiel mit dem Transport ihrer Gepäckstücke begann.
Während Marita am Bahnsteig zurückblieb, trug Michael die einzelnen Koffer und Taschen in ihr Abteil. Gleich beim ersten Mal entdeckte er den Koffer des Heidelbergers im mittleren Teil der Gepäckablage. Er war froh darüber, nicht voreilig einen unbescholtenen Mann des Diebstahls verdächtigt zu haben.
In ihrem neuen Abteil standen sie eine Weile eng umschlungen und liebkosten sich schweigend. Sie hatten die Vorhänge an der Tür zugezogen.
Marita sah auf den Koffer des Heidelbergers, der ihr ein Dorn im Auge war. Sie wußte, was zu tun war, wenn Michael für kurze Zeit das Abteil verlassen würde. Es war dem Fremden zuzutrauen, daß er während des Zugwechsels einen Blick in den Koffer geworfen und dabei festgestellt hatte, daß die Abhörvorrichtung seltsamerweise ausgeknipst war.
Sie setzten sich auf ihre Plätze und versuchten, die Gedanken des andern zu belauschen, was ein äußerst schwieriges Unterfangen war. Der mysteriöse Koffer lastete auf ihren Gedanken.
„Allmählich geht mir dieser Mann auf die Nerven“, sagte Michael. Der Zug ruckte an und fuhr langsam aus dem Bahnhof. „Das ist nicht normal. Irgend etwas stimmt nicht mit ihm. Doch im Grunde sollten wir froh sein, dieser grauhaarige Alte hätte uns die ganze schöne Stimmung verdorben, wenn er im Abteil geblieben wäre.“
Marita sah während der Anfahrt des Zuges aus dem Fenster. Ihr Blick fiel auf eine Gruppe von Menschen, aus der sich ein älterer Mann gelöst hatte. Sie stutzte, dann stieß sie unwillkürlich einen spitzen Schrei aus.
Michael schnellte hoch. „Was hast du?“
„Das ist er!“ Sie zeigte in die Menge auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig.
„Wer? Wo?“ Er versuchte, ihrem Zeigefinger folgend, die Richtung auszumachen.
„Auf dem anderen Bahnsteig! Der Koffermann!“
„Der Koffermann?! Wo?“
„Siehst du ihn nicht? Er geht zur Treppe. Er verläßt den Bahnsteig...“ Ihr Finger klebte an der Scheibe.
„Nein, ich habe ihn nicht gesehen. Bist du sicher, daß er es war?“
„Absolut!“ Sie setzten sich wieder und sahen sich eine Weile unschlüssig an.
„Ich hatte recht“, sagte er. „Irgend etwas stimmt hier nicht. Läßt der Patron uns beschatten? Warum? Das wäre eine ganz neue Perspektive.“ Er überlegte, ob es sinnvoll wäre, bei dieser Gelegenheit nach dem Grund für ihren zweiten Namen: Cornelia Specht zu fragen. Oder war es der erste? Er könnte sie bitten, ihm ihren Ausweis zu zeigen. Nein, der Gedanke daran war schon unerträglich.
Ihr Verschwinden im Haus des Patrons während der Party war ihm von Anfang an mysteriös erschienen. In ihrer Umhängetasche mußten sich eine Menge kleiner Dinge befunden haben, sie war extrem ausgebeult. Und Rafael, die rechte Hand des Patrons, umschwirrte ihren Sitzplatz wie die Biene den Honig, und fragte scheinheilig nach seiner Begleitung. Michael gab als Grund ihres Verschwindens Unwohlsein an. Sie wollte sich an der frischen Luft Linderung verschaffen. Rafael verschwand sofort. Und natürlich hatte er sie nicht gefunden. Das war seinem Gesicht anzumerken, als er später zurückkehrte und in der Nähe ihres Tisches Platz nahm.
Doch eines mußte er ihr zu dem Koffer noch sagen, allein schon um sie zu beruhigen. Ihre Augen verrieten, wie aufgeregt sie war. „Er ist nicht allein. Ich wollte es dir verschweigen, um dich nicht zu beunruhigen. Ich konnte beobachten, wie ein anderer Mann den Koffer aus unserem Abteil holte und damit verschwand.“
„Hast du ihn erkannt?“
„Nein. Ich war zu weit von ihm entfernt. Er zeigte mir den Rücken. Es war ein junger Mann, mittelgroß, gepflegt gekleidet, mit dunklem Haar.“
Sie stand resolut auf. Sie war zornig. Und sie hatte gute Gründe dafür. „Weißt du, was ich jetzt mache?“ Sie öffnete das Fenster. „Ich schmeiß das Ding hinaus!“
„Wie meinst du das?!“ Er war verblüfft. Bei aller Sympathie für ihre spontane Initiative, doch ein solches Vorgehen erschien ihm zu radikal. Und es ist nicht ungefährlich, befürchtete er.
„So wie ich’s sagte!“ Sie packte den Koffer und wartete auf einen günstigen Augenblick. Michael blickte wie gebannt auf ihre zarten, schönen Hände, die das plumpe Ding an den Seiten festhielten und es dann, als Bäume und Sträucher sich am Rand der Gleise verdichteten, mit einem kräftigen Schwung ins Freie warfen.
„Das war’s!“ rief sie zufrieden aus. Der Fahrtwind wirbelte ihre blonden Haare durcheinander. „Jetzt fühle ich mich viel wohler.“ Sie schob das Fenster nach oben und atmete erleichtert auf.
Michael stand wieder neben ihr und nahm sie in die Arme. „Oi!“ stieß er hervor. „Ich muß sagen, seit wir uns kennen, gibt es keinen Grund, sich über Langeweile zu beklagen. – Bist du eine Botin der Götter? Wer hat dich zu mir geschickt?“ Er lächelte. Seine Fragen waren rhetorisch gemeint. Doch in ihrem Bewußtsein mußten sie eine alte traurige Erinnerung wachgerufen haben. Und die zurückliegenden Ereignisse schienen auf sie einzustürmen.
Sie begann zu weinen und zu schluchzen. Ohne Ende. Nach kurzer Zeit waren ihre Augen und Wangen rot angelaufen. Sie tat ihm leid. Mit tröstenden Worten versuchte er, ihren Schmerz zu lindern.
Sie schwieg sich aus über die wahren Beweggründe ihres Zustandes. Er fragte auch nicht danach. Für ihn stand fest, daß er sie liebte, er hielt sie für ein Geschenk des Himmels, das er niemals an den Himmel zurückgeben würde.
Was wäre geschehen, wenn sie ihm die ganze Wahrheit anvertraut hätte? Vielleicht wäre er auf der Stelle umgekehrt und hätte das Abkommen mit dem Patron für null und nichtig erklärt. Hätte er um sein Leben fürchten müssen?
Diese Frage wäre ihm nie gestellt worden. Doch Marita mußte sie in ihr weiteres Verhalten einkalkulieren. Sie wollte seinem unverhofften Glück nicht im Wege stehen. In Venedig würde sie eine wichtige Entscheidung treffen, zu seinem Vorteil. Er sollte während seines einjährigen Aufenthaltes in der Lagunenstadt alles Glück dieser Erde finden. Das erhoffte und wünschte sie sich für ihn.
Wieder einmal hielt der Zug, und sie standen noch immer engumschlungen im Abteil. Allmählich erholte sie sich wieder. Die alten, unangenehmen Gedanken waren wie ausgelöscht in ihrer Erinnerung.
„Weißt du was, wir machen aus unseren Sitzen ein kleines Bett, und dann erzähle ich dir den Rest der Geschichte von Krabat und...“
„Morgenglanz?“ sagte sie mit verweinter Stimme.
„Ja, Morgenglanz.“
„Das ist ein schöner Name.“
„Er paßt wunderbar zu einer Prinzessin – wie dir.“ Er liebkoste sie und begann danach, die Sitze herauszuziehen, so daß die vier hinteren eine zusammenhängende Fläche bildeten.
Sie zogen ihre Schuhe aus und machten es sich, so gut es ging, auf den weichen Polstern bequem.
„Wenn ich nur wüßte, wo ich aufgehört hatte“, sagte er.
„Ich habe noch ein unvorsichtiges Scharmützel in Erinnerung“, sagte sie und kuschelte sich an ihn.
„Richtig! König August wurde von Soldaten der feindlichen Armee gefangengenommen. Am Hofe des Königs ist guter Rat teuer. Der Hofrat beschließt, Krabats Zauberkraft zur Befreiung des Königs einzusetzen. Die Musketiere des Königs suchen Krabat und finden ihn auf dem Markt. Nach allerlei Hin und Her schließt er sich ihnen an. Mit einer List gelingt es Krabat, in das Lager des Feindes zu gelangen und den König zu befreien. Für seine tapfere Tat wird er mit einem Gut in Särchen belohnt.“
„Wo ist Särchen?“ Ihre Frage überraschte ihn.
„Ich weiß es nicht genau. Aber es gibt diesen Ort – in Mitteldeutschland. – Nun ist er also Gutsbesitzer. Wenig später wird Krabat Zeuge einer Verschwörung gegen den König. Er warnt König August. Zusammen gelingt es ihnen, den Verschwörern das Handwerk zu legen. Krabat erhält den Auftrag, die drei Verschwörer ihrer gerechten Strafe zuzuführen...“
„Tötet er sie?“ Ihre Stimme verriet Besorgnis.
„Nein, ich glaube nicht“, sagte er beruhigend. Ihre Anteilnahme rührte ihn. „Er ist kein gewalttätiger Mensch. Er ist ja Zauberer! Und nichts liegt ihm näher, als Bösewichte in irgendetwas, vielleicht in ein Tier zu verzaubern.“
„In welches Tier?“ fragte sie ihn.
Verzweifelt suchte er in seinem Gedächtnis nach dem Namen des Tieres. Er überlegte eine Weile, dann erinnerte er sich.
„Auf Befehl des Königs soll Krabat sie in braunglänzende Kaninchen verwandeln...“
„Wie possierlich“, rief sie dazwischen.
Er lächelte. Sie weiß noch nicht, wie’s weitergeht, dachte er. Gleich würde sie sich erschrecken. „Ja, das tat er dann auch. Doch leider sollte dies im Adlergehege geschehen. Und die stolzen Wappentiere des Königs, hungrig wie sie waren, man hatte ihnen einige Tage nichts zu Fressen gegeben, stürzten sich gierig auf die fette Beute und...“
„Nein, bitte! Das reicht!“
„Du zeigst Mitleid mit Verschwörern, die König August, den großen Imperator, töten wollten?“ Er lächelte verschmitzt.
„Ja. Ist das so ungewöhnlich?“
„Nein, nein, es ist schon okay. Legenden aus alter Zeit haben selten einen humanen Charakter. – Ha, wir kommen wieder zu Morgenglanz, die übrigens wie du lange blonde Haare getragen haben soll. Sie sehnt sich nach einem Wiedersehen mit Krabat. Doch leider muß sie aus guter Quelle hören, daß Krabat einer anderen Frau versprochen sein soll, was natürlich auf einem Irrtum beruht.“
„Gott sei Dank!“ warf sie rasch ein.
„Auch Krabat erinnert sich im Beisein seines Dieners Glorius an die Zeit mit Morgenglanz, die ihm nicht aus dem Kopf gehen will. – Auf dem Weg zu ihrer Mutter trifft die enttäuschte Morgenglanz zu ihrer Überraschung mit Krabat zusammen, ohne zu ahnen, daß sie das Ziel seiner Reise und Wünsche ist. Nach einigem Liebesgeplänkel erkennen beide, daß sie füreinander bestimmt sind. Und sie beschließen, gemeinsam glücklich zu werden. Hier endet die Geschichte.“
Marita klatschte begeistert in die Hände. „Und was gibt es sonst noch für Geschichten, die ich noch nicht kenne?“
Er überlegte. „Ich müßte den Koffer öffnen und nachsehen.“
„Willst du das für mich tun?“
Er sah auf die Uhr. „In zwei Stunden sollten wir uns im Speisewagen nach einem guten Menü umsehen. Bis dahin will ich dir von Paolo und Alexandra erzählen. Diese Story steckt noch gut in meiner Erinnerung. Du wirst sehen, ihr Schicksal zeigt Parallelen zu unserem.“
„Endet die Geschichte tragisch?“
„Nein! Es gibt ein glückliches Ende. Ich glaube sogar in Weiß. Mehr verrate ich nicht, sonst verlierst du noch die Lust am Zuhören.“
Eine Station vor Zürich, in Bülach, bestellten sie im Speisewagen Schnitzel nach andalusischer Art, mit gerösteten Kartoffeln nach Art der Route, und dazu einen Salat mit frischen Kräutern aus Dosen und Flaschen. Mit Wehmut erinnerten sie sich an das Gourmet-Restaurant Francais in Frankfurt. Wie gern hätten sie noch einmal das Geheimnis der gefüllten Schokoladenträne mit karamelisierten Bananen und Vanillesorbet zu ergründen versucht. Doch Frankfurt war nur noch eine Erinnerung.
Die Zeit verging wie im Flug. Am schönsten empfanden sie die Aussicht in Lugano auf eine Landschaft, die einer Märchenkulisse glich. In Milano, wo sie ein zweites Mal den Zug wechselten, erinnerte sie der Lärm des Südens an die heitere Art ihrer Menschen, die ihnen aber genauso aufgeregt und nervös erschienen wie in der Stadt des EURO.
Es folgten Brescia, Peschiera del Garda und Verona Porta Nuova. Hier bewies Marita ihre Schlagfertigkeit, als zwei junge Männer, ungeachtet der zugezogenen Vorhänge, in ihr Abteil stürzten. Eine Schimpfkanonade zwang die jungen Burschen, schnellstens zu verschwinden.
Daß eine bezaubernde junge blonde Frau venezianischen Dialekt beherrscht und auf die Auswahl ihrer Worte keine Rücksicht nimmt, hatte die jungen Burschen total verwirrt und zum Rückzug gezwungen.
Michael unterbrach die Geschichte von Paolo und Alexandra. Marita schrieb ihm zuliebe auf, was sie auf Venezianisch zum Besten gegeben hatte. Sie reichte ihm die deutsche Übersetzung ihrer Schimpfkanonade auf einem Blatt. Schon nach dem ersten Satz brach Michael in ein herzhaftes Lachen aus. Als er sich wieder beruhigt hatte, umarmte er sie zärtlich.
„Und das in einem Dialekt, den du bald häufiger hören wirst“, sagte sie lächelnd.
Er warf einen letzten Blick auf den Fahrplan. „In gut einer Stunde sind wir am Ziel unserer Wünsche.“ Und einen Moment später setzte er hinzu: „Ich möchte wissen, woher die Unruhe kommt, die mich wieder überfallen hat. Es ist wie bei der Abfahrt in Frankfurt. Ein schreckliches Gefühl!“
Das sagst du, dachte sie, ohne zu wissen, wie elend ich mich fühle. Sie hatte Mühe, die schöne und schmerzvolle Erinnerung an Venedig zu unterdrücken, die sich wieder eingestellt hatte. Zurück blieb ein latentes Gefühl der Trauer.
Über den Ponte della Libertà näherten sie sich der Stadt der Gondeln. Das Wasser der Lagune schlug unruhig an den Damm. Michael öffnete das Fenster und erblickte in der Ferne einige Türme, die im Abendlicht geheimnisvoll glänzten: Venedig lag zum Greifen nahe – und war doch noch so weit entfernt.
Es ist kein Traum, sagte er sich. Ich bin frei und unabhängig. Und in wenigen Augenblicken lebe ich in einer der schönsten Städte der Welt, zusammen mit einer wunderschönen Frau. Das Festland mit seiner Industriesilhouette war kaum noch zu erkennen. Der frische Wind aus der Lagune umwirbelte sein Haar. Er ordnete es mit den Händen und schloß das Fenster.
Marita stand im Gang und sah auf die andere Seite der Lagune. Sie stellte sich in Gedanken vor, was geschehen würde, wenn sie nach dem Verlassen des Bahnhofs nach einem Wassertaxi rufen würde. In der Sprache der Einheimischen ließ sich schnell ein Arrangement treffen, ohne daß Michael ihren Plan durchschauen konnte.
Daß sie sich in zwei getrennten Booten entfernten, würde Michael nach ihren Worten zu den Widrigkeiten solcher Beförderungen auf dem Wasser zählen, bei bewegtem Wellengang und unsicherem Grund.
Er würde ihr Boot bald schon aus den Augen verlieren.
Unterwegs würde er in einer Tasche seiner Lederjacke ein ihm unbekanntes Kuvert entdecken. Er würde es herausnehmen und darin eine Botschaft von ihr finden, in der sie ihn um Verzeihung für ihre „Flucht“ bittet und ihm verspricht, irgendwann, er möge sich gedulden, die wahren Gründe dafür darzulegen.
„Ich bin in deiner Nähe“, hieß es in ihrem Brief. „Das soll unser Geheimnis bleiben. Du darfst mit keinem anderen darüber reden. Ich liebe dich. Ich werde dich immer lieben.“

 

© by Cimarron-Team - Karl-Heinz Winkowski

Grafik: Dieter Konrad - Cimarron-Team

Aus: Malobaar (Lob der Phantasie) - Reihe Cimarron libris

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Ab 29. Mai 2020 erscheinen an dieser Stelle poetische Texte aus drei Bänden
des Autors Gregori Latsch, in wechselnder Reihenfolge.
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